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Kaum zu glauben: Endlich hat der Bundesrat sich zur Novelle der Energieeinsparverordnung geäußert, und das sogar mit ganz vernünftigen Vorschlägen. Besonders sympathisch ist mir die Ansage, die auch das Kabinett übernommen hat: Nach 30 Jahren soll die Heizung ausgetauscht werden. Bei Autos überlegt man nach zehn Jahren ob nicht mal ein neues Modell fällig ist, weil das doch so viel weniger Sprit verbraucht. Und bei der Heizung: Die tut doch noch, ist das Argument gegen einen Austausch. Aber verbraucht sie nicht vielleicht so viel Energie, dass sich ein Wechsel schon nach wenigen Jahren rechnet? Und lässt sich bei der Gelegenheit vielleicht gleich der Wunsch nach einer solarthermischen Unterstützung mit erfüllen? Da hätte man sogar über einen schnelleren Austauschrhythmus nachdenken können.

Und nochmal der Vergleich mit dem Auto: Da ist die Wartung und Optimierung im Betrieb normal. Niemand würde sich mit einem PKW anfreunden, dessen Komponenten nicht aufeinander abgestimmt sind. Und bei der Heizung? Die wenigsten sind hydraulisch abgeglichen und damit verbrauchsoptimiert. Da ist doch ein Fokus der EnEV auf die Heizung prima, so gerät das Teil im Keller nicht komplett in Vergessenheit. Deshalb ist der Vorschlag des Bundesrats zum Heizungstausch vielleicht nicht populär, aber richtig.

Und von wegen „meine Oma kann sich das nicht leisten“. Kann sein, dass manche Rentner mit der Investition in eine neue Heizung überfordert sind. Dafür gibt es Ausnahmeregelungen. Als Regel den Tausch zu verlangen halte ich aber für vertretbar. Warum man Ein- und Zweifamilienhäuser bislang generell ausschließt verstehe ich nicht.

Auch anderen Regelungen, die die Länder fordern, kann ich viel abgewinnen, so der Zusammenlegung der Verschärfung in einen Schritt. Das steht auch so in der Kabinettsvorlage. Gut so. Bei der Gelegenheit die diversen Gesetze und Verordnungen zusammenzuführen hätte nicht nur ich für ein Gebot der Vernunft gehalten. Akzeptanz für Maßnahmen der Energieeffizienz hängt auch von Transparenz ab, und die ist im Kompetenz- und Paragraphendschungel verlorengegangen, selbst bei Planern, und bei Endkunden ohnehin.

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4 Antworten auf “EnEV 2014 setzt nur vorsichtige Impulse”

  1. Silke Thole am 25. Oktober 2013 um 10:33

    Ich widerspreche: Beim Auto überlegen die Leute nicht nach 10 Jahren ein neues zu kaufen, weil es weniger Sprit braucht. Sie überlegen schon viel früher, ein neues Auto zu kaufen, weil die Neuen viel komfortabler, schicker und eben mehr in sind – jedenfalls die, die es sich leisten können. Und für die anderen spielt auch der Spritverbrauch keine Rolle.
    Hier liegt aus meiner Sicht der Hase im Pfeffer: Bei der Gebäudesanierung muss sich immer gleich alles rechnen, Komfortgewinne – sowohl im Wohnzimmer als auch im Heizungskeller – spielen offenbar keine Rolle. Was machen wir falsch?

  2. Martin Konold am 30. Oktober 2013 um 06:06

    Es mangelt an Kompetenz, Können und Seriösität.

    Nehmen wir mal den mittlerweilig häufig zitierten hydraulischen Abgleich.
    Welcher Handwerker weiss was das genau ist, warum und wie man den hydraulischen Abgleich korrekt durchführt?
    In der Regel ist das z.B. bei der Heizungssanierung unwirksame Geldverschwendung weil der Handwerker keine Messgeräte hat um den hydraulischen Abgleich durchzuführen. Stattdessen wird vergeblich versucht diesen Mangel durch zugekaufte Software und Schätzverfahren auszugleichen. Dies ist zum Scheitern verurteilt und somit rausgeworfenes Geld.

    Zusammenfassend ist meiner Meinung nach der hydraulische Abgleich eine perfekte Ergänzung bei einer energetischen Heizungssanierung und unverzichtbar um das Optimun zu erzielen aber in der Praxis funktioniert er nicht.

    Ich habe bei meinen Recherchen keinen Anbieter gefunden, der die maßgeblichen dynamischen Effekte beim hydraulischen Abgleich überhaupt verstanden hat.

  3. Pia Grund-Ludwig am 30. Oktober 2013 um 10:54

    Hallo Herr Konold,da würde ich Ihnen nicht widersprechen, es ist in der Tat schwierig einen Handwerker zu finden der das kann. Deshalb unterstützen wir die Kampagne von CO2Online, da entsteht derzeit eine Datenbank, bei der Handwerker Berechnungen hochladen können. Das sorgt für Transparenz. 50 Handwerker, die viele Abgleiche (in der Regel mehr als zehn pro Jahr gemacht haben finden Sie in der Rubrik Handwerkerbotschafter http://www.meine-heizung.de/praxisbeispiele/handwerker/

  4. Daniel Schneider am 14. Dezember 2015 um 20:12

    Ich bin der gleichen Meinung, es müßte viel mehr aufgeklärt werden. Aber da nun der Ölpreis so günstig ist wie schon lange nicht mehr, werden die wenigsten erstmal ihre Häuser renovieren. Ich arbeite seit fast 25 Jahren in dem Business und so wenige wie in den letzten Monaten vor hatte ihr Eigenheim energetisch umzubauen, das war schon lange nicht mehr der Fall.

    Einbruchschutz und Optik ist wichtiger als Energie einsparen.

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