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90 Minuten TV-Duell zur Bundestagswahl und gefühlte 2 Minuten zur Energiewende. Sollte das alles gewesen sein, was die Spitzenkandidaten Angela Merkel und Peer Steinbrück zu diesem Thema auf der Pfanne haben? Von Ideen dazu, wie sich der Gebäudebestand fit machen lässt für die Anforderungen des Klimawandels ganz zu schweigen?

Dabei ist das Thema, wie sich Energieverbrauchs im Gebäudebestand nicht nur von energiepolitischer, sondern auch von hoher sozialpolitischer Relevanz. Schon jetzt heizen manche im Winter mehr alle Zimmer einer Wohnung, weil sie es sich nicht leisten können. Bei Menschen mit geringen und mittlerem Einkommen machen die Nebenkosten einen immer größeren Teil der Wohnkosten aus, und zwar die Kosten für Heizung. Eine Strombremse, Beratung zum Stromsparen und Zuschüsse für effiziente Geräte für die, die sich diese sonst nicht kaufen können sind zwar ein wichtiger Schritt. Noch wichtiger wäre aber ein Plan, der im Gebäudebestand hilft, die Klimaziele zu erreichen, durch Effizienzmaßnahmen und Sanierung. Davon, die Klimaziele zu schaffen, kann bei einer Beibehaltung des bisherigen Sanierungstempos keine Rede sein.

Notwendig sind dazu, das sagen Experten, Zuschüsse in Höhe von 4 bis 5 Milliarden Euro pro Jahr. Die müssen nicht nur in verbilligte Kredite fließen, die gibt es derzeit aufgrund des geringen Zinsniveaus ohnehin. Notwendig ist es vielmehr, die Menschen zu überzeugen, das Thema zu einem Kernbestandteil der Politik auf allen Ebenen zu machen. Diese Chance beim TV-Duell wieder einmal verpasst.

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3 Antworten auf “TV-Duell lässt Energiewende weitgehend außen vor”

  1. Andreas am 3. September 2013 um 08:37

    An der Senkung der derzeit hohen Heizkosten hat scheinbar nur der Mieterbund und die Industrie ein Interesse. Aber die Wohnungswirtschaft blockiert und bremst jede Idee aus, wie momentan beim Bündnis Energieausweis. Hinweise auf die hohen Heizkosten und das sozialpolitische Problem werden völlig ignoriert von der Politik, dabei wächst das Problem von Jahr zu Jahr an.

    Aber beim Strompreis gibt es eben ein Interesse die Energiewende zu bekämpfen oder auszubremsen, daher ist dieser immer wieder ein Thema und nicht aus Liebe zum Verbraucher.

  2. Knudsen am 11. September 2013 um 10:54

    Jeder kann selbst etwas tun, um seine Energiekosten zu senken: Durch die richtige Dämmung seines Hauses. Aber irgendwann reicht auch das nicht mehr aus. Die Regierung muss hier dringend nachbessern. Ich wäre für ein zweites TV-Duell, bei dem die Energiewende im Vordergrund steht. Das ist das zentrale Thema der nächsten Jahrzehnte.

  3. www.JH-CAD-Architekt.de am 26. September 2013 um 14:27

    Hallo,

    ich finde die Diskussion um den Preis fuer die Energiewende laecherlich und voellig an der Realitaet vorbei:
    Energie ist in Deutschland nicht zu teuer, sondern viel zu billig!

    Die EEG-Umlage mit 5,2ct/kWh kostet einen Standard 4Personen-Haushalt mit 5800kWh/a Verbrauch ca. 300 €/Jahr, bzw. 25,13€/Monat! Wieviel zahlt der Deutsche / Monat fuer einen Handy-Vertrag? Wieviel fuer die GEZ? Und vor allem wieviel fuer sein Auto?

    Die einzige Möglichkeit, eine Energiewende kostenguenstig zu schaffen, ist die Mehrwertsteuer abzuschaffen, und sie auf die fossilen Energiepreise draufzuschlagen. Wenn man eine Energiewende haben moechte, also voellig unabhaengig von fossilen Energietraegen werden moechte, dann ganz bestimmt nicht dadurch, indem man die Preise so billig haellt, wie moeglich. Das ist so, wie wenn das Kind laufen lernen soll, indem man es die ganze Zeit herumtraegt!

    Und Energiewende kann sich JEDER leisten:
    Wenn ich mir ein Auto kauf, dass nur noch die haelfte Sprit braucht, wie mein vorheriges, darf der Spritpreis doppelt so teuer werden, damit ich dieselben Unterhaltskosten wieder habe.
    Und welche Autos sind die sparsamsten? Die teuren, hochmotorisierten Schlitten, oder die kleinen Billigwagen, die sich hauptsaechlich nur die „Armen“ leisten. Welche Haeuser brauchen am meisten Energie? Die Passivhaeuser mit 350m² oder die gerade so erfuellenden EnEV-Kriterien-Wohnungen mit 30m²?
    Die grossen, ungedaemmten Industriehallen, oder derjenige, der kaum Platz zum leben hat, und nur 2 Aussenwaende besitzt, weil unter, und ueber, sowie nebenan gleich die Nachbarwohnung angrenzt?

    Es sind doch nur die Reichen, die von billigen Energiepreisen profitieren, damit sie die Sache verschwenden koennen. Wuerde man die Oekosteuern dagegen moeglichst hoch schrauben koennte man andere Steuern damit senken und die Sache gegenkompensieren.
    Foerderungen und entsprechende Verwaltungsapparate wie die KFW waeren unnoetig und koennten durch weitere Steuersenkungen gespart werden. Ausserdem wuerde mehr Geld im inland bleiben, da weniger fossile Energietraeger importiert werden muesste, stattdessen wuerden neue, sinn machende Arbeitsplaetze entstehen.

    Kein Politiker scheint das zu kapieren, und viele Waehler wohl auch nicht.

    Lieben Gruss,
    Johannes Haerle

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