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… wäre doch eine schöne Meldung gewesen, oder? Und dem zentralen Thema der Energiewende, der Erhöhung der Energieeffizienz und dem Umstieg auf Erneuerbare im Wärmebereich angemessen. Immerhin spricht die CDU-Vorsitzende auf ihrer Homepage am 7. März 2013 von „Energiewende gemeinsam meistern“. Das sei, erklärt sie, „ein langer Prozess mit vielen Einzelschritten.“ Da dachte ich, Erneuerbare und Energieeffizienz wären gemeint. Dazu könnte die Eröffnung der Messe, die hier Trends setzt, gut passen. Aber ich habe mich wohl getäuscht. Es ging mal wieder nur um Strom.

Aber auch falls das der Zeitplan die Präsenz in Frankfurt nicht zulässt: Einige Schritte stehen im Moment an, da können Regierung und Opposition gemeinsam ansetzen.
Zum ersten: Wie sieht es denn mit der Finanzierung der Gebäudesanierung ab 2014 aus? Oh, stimmt, davor sind Wahlen, vielleicht muss das Versprechen der zuverlässigen und langfristigen Finanzierung ja jemand anders einlösen. Zur Erinnerung: Finanziert wird das aus dem Energie- und Klimafonds, der sich aus dem Zertifikatehandel speist. Und die Preise für Zertifikate sind auf dem Sinkflug. Gefragt ist die mittelfristige Zuverlässigkeit vor allem für private Bauherren. Dazu eine kurze Anekdote aus dem Leben einer Journalistin: Ich würde mich am liebsten weigern, für Printpublikationen zum Thema Förderung der Gebäudesanierung zu schreiben. Die Informationen haben eine Halbwertszeit, die oft nicht bis zur Drucklegung reicht. Das gilt übrigens auch für die Bereiche, in denen die Länder etwas zu sagen haben. Die haben sich bei der Debatte um die Steuerförderung auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Zum zweiten: Die Neufassung des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes und der Energieeinsparverordnung sind ein scheibchenweiser Abschied von den eigenen Zielen, mit jedem Schritt vom Entwurf zum Gesetz sind die Ansprüche gesunken. Gefordert wird in einigen Bereichen nicht viel mehr als das, was heute schon Baupraxis ist. Energiewende im Wärmebereich sieht anders aus. Da hat sich von den Bundesländern bislang nur Baden-Württemberg vorgewagt, die anderen Bundesländer rudern vor und zurück.

Zum dritten: Manchmal braucht es ja gar kein Geld. Es würde schon reichen, das Thema Energieeffizienz und Erneuerbare im Wärmebereich immer wieder auf die Agenda zu setzen, bei Reden, in Vorträgen, auf Web-Seiten. Zum Beispiel, Herr Minister Altmaier, bei den Tipps zum Klimaschutz des Bundesumweltministeriums. Fünf mal Tipps zum Strom sparen, zwei banale Ansagen zum Thema Heizen. Und dann noch: Fahr mal wieder Rad. So wird das nichts mit der Energiewende im Wärmebereich. Ach stimmt, dafür ist ja nicht das Umweltministerium zuständig, sondern das Verkehrs- und irgendwie auch Bauministerium.

Die Eröffnung der ISH wäre doch eine gute Chance gewesen. Aber nein, „Merkel eröffnet die ISH“ ist eine Ente, ich gebe es zu. Die Kanzlerin vergnügt sich auch in diesem Jahr lieber mit dem neuesten abhörsicheren Super-Handy auf der mittlerweile innovationsmüden Cebit. Da zeigt sich ebenso der Irgendwie-Auch-Bauminister Peter Ramsauer gerne, mit einem E-Mobil. Sieht ja auch viiiel schicker aus als eine emissionsarme Pellet-Heizung, eine CO2-neutrale Solarthermie-Anlage oder eine Wärmepumpe. Keine Themen für die Kanzlerin und ihr Team? Ramsauer hat ja zumindest die Schirmherrschaft übernommen für den Wettbewerb„Badkomfort für Generationen“. Auch ein spannendes Thema. Hat nur leider wenig mit Energiewende zu tun.

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2 Antworten auf “Merkel eröffnet ISH 2013…”

  1. Andreas am 11. März 2013 um 19:56

    Schöner Artikel, gefällt mir sehr gut. Aber immerhin kommt Herr Öttinger.

  2. […] finde ich den Vorschlag von Pia Grund-Ludwig im enbausa-Blog die Bundeskanzlerin die ISH 2013 eröffnen zu lassen sehr gut. Die Bundeskanzlerin hätte damit mal wieder ein Zeichen für die Energiewende und für […]

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