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Ob die Politik dem derzeit bewusstlosen Giganten mit ihren aktuellen Entscheidungen und zukünftigen Vorhaben ein Weckmittel verabreicht, bezweifle ich: Die bereits begangenen und drohenden Fehler nötigen den Verbraucher vielmehr dazu, die eigentlich haushalterisch alternativlose Sanierung zu verweigern, da ihm sowohl emotionale als auch finanzielle Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.

Politik quo vadis?

Die politischen Entscheidungsträger befinden sich in mindestens drei Dilemmata: Erstens können sie nicht entscheiden zwischen Zwang und Anreiz bei der Förderung der Gebäudesanierung. Zweitens finden sie keinen rechten Mittelweg zwischen einer dringend zu steigernden Sanierungseffizienz und der ebenfalls erforderlichen Erhöhung der Sanierungsquote. Drittens setzen sie einerseits einen Schwerpunkt auf Energieeinsparung, obwohl sie sich andererseits klimapolitisch dazu verpflichtet haben, schwerpunktmäßig die CO2-Emissionen beträchtlich zu reduzieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es, nur als Beispiel, einfacher und günstiger, den Einsatz erneuerbarer, im besten Fall CO2-neutraler Heiztechnik aktiv  zu fördern, als außerordentlich umstrittene Fördermechanismen für sehr kostspielige und deshalb oft unrealistische Komplettsanierungen in die politische Arena zu werfen. Solche Gesetzesvorhaben sind nämlich von vorhinein zum Scheitern verurteilt. weiterlesen »

Die Kernkraft ist derzeit zwar das Trittbrett auf die Titelseite, aber sie ist klimapolitisch weit weniger bedeutsam als Ihre Zentralheizung im Keller.

German angst: Eine Jahrtausendflut ergießt sich in den Kern des AKW Grohnde. Ein manövrierunfähiges Flugzeug durchschlägt Gundremmingens meterdicke Mauern. Aber keine Angst! Alles nur Stresstests, simulierte Super-GAUs. Die Wirklichkeit sieht weniger dramatisch, aber kaum rosiger aus: In Deutschland gibt es etwa 15,8 Millionen überholte und ineffiziente Heizsysteme, die wertvolle Energie verplempern und beträchtliche CO2– und Feinstaubemissionen in unsere Umgebungsluft ausstoßen. Nur hört davon kaum einer.

Die jüngsten Nachrichten, dass die Förderung von Gebäudesanierungen aufgestockt werden soll, lassen zwar aufhorchen. Aber die fragwürdige Schwerpunktsetzung der Regierung, das anhaltende „Mal mehr, mal weniger, mal gar nicht“ in Sachen Förderpolitik, teils wirre Subventionsvorschläge und die unzureichenden Kenntnisse vieler Energieberater machen aus den klimapolitischen Zielen der Regierung selbst einen Sanierungsfall.

Die Wärmeerzeugung macht allein 40 Prozent des gesamten deutschen Energieverbrauchs aus und ist für ein Fünftel aller deutschen CO2-Emissionen verantwortlich. Unsere Heizungen pusten so viel Kohlenstoffdioxid in die Atomsphäre wie Argentinien insgesamt emittiert! weiterlesen »

Unbestritten steht ganz Deutschland im Stau, genauer im Modernisierungsstau. Ein einziges Prozent des deutschen Gebäudebestands wird jährlich energetisch saniert. Kann eine bessere Förderung die Sanierungsquote erhöhen?

Die Betrachtung beginnt mit einem kurzen Blick zurück ins Jahr 2010: Am dritten Mai wurde das Marktanreizprogramm vom Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages gestoppt. Die Sperre setzte die BAFA-Förderung für Solarkollektoren, Feuerungen fester Biomasse bis 100 kW und Wärmepumpen aus. Sie führte zusammen mit Auswirkungen der Wirtschaftskrise  (Abwrackprämie, niedrige Energiepreise, hohe Sparquote) und der gleichzeitigen Förderung anderer Energieformen (Einspeisevergütung) zu einem Einbruch um mehr als 30 Prozent im Wärmemarkt.

Das Jahr 2011 begann trotzdem mit einer guten Nachricht: Die im Juli 2010 wieder freigegebenen Fördertöpfe bleiben auch dieses Jahr gefüllt; insgesamt 420 Millionen Euro stehen aus Haushaltsmitteln und dem Energie- und Klimafonds zur Ausschüttung bereit. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert energieeffiziente Sanierungsmaßnahmen mit zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen. Im CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW stehen dieses Jahr 936 Millionen Euro zur Verfügung.
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„Energiesparhaus, Passivhaus, Heizen nur über die Lüftung, CO2-neutrales Heizen mit Holz, wassergeführter Kaminofen“ – tolle Schlagworte, denen man erst mal gar nichts entgegen setzen möchte. Es sei denn, man soll es bauen und verantworten. Diesen Fall hatte ich kürzlich in einer Beratung für ein anzubietendes Haus, natürlich mit Gebäudehülle in höchstem Energiesparstandard:

Eine Flächenheizung war unerwünscht wegen massiver Dielen, aufgrund der Passivhaus-„Propaganda“ für die Luftheizung hatten die Interessenten ohnehin nicht die Absicht, ein wassergeführtes Heizungssystem zu installieren. Nun lag die Aufgabe für mich darin, dass ein wassergeführter Ofen einen Wärmetauscher im Zuluftstrom „füttert“! Dazu natürlich die direkte Ofenwärme. Das hört sich ja erst mal gut an: der Ofen macht richtig warmen Vorlauf, sollte also reichen, genug Wärme in die Zuluft zu kriegen – wenn da nicht die drohende Staubverschwelung wäre, schon mal ein dicker Minuspunkt! weiterlesen »

Seit Jahr und Tag wird die Wärmepumpe, zumindest laut EnEV,  zu den regenerativen Wärmeerzeugern gezählt. Warum eigentlich ?

Reden wir einmal nicht von Luft-Wasser-Wärmepumpen im Altbau, die nur mit Mühe und Not Jahresarbeitszahlen von über 2,0 erreichen. Reden wir von Erdsonden-Wärmepumpen mit einer Jahresarbeitszahl von sagen wir mal 3,5. Die Pro-Wärmepumpen-Gemeinschaft (mit Ihren Paten, den großen Energieversorgern) rechnet uns vor: Strom mit einem Primär­energiefaktor von 2,6 bringt per Wärmepumpe einen energetischen Gewinn aus der Umwelt. Für jede kWh eingesetzte Primärenergie zur Stromerzeugung nämlich 3,5/2,6 also 1,35 kWh Wärme. weiterlesen »

Solarkollektor. Bild: Bomatherm

Solarthermische Anlagen auf den Dächern von Einfamilienhäusern gehören mittlerweile zum täglichen Bild – sowohl in Neubaugebieten als auch auf älteren Bestandsgebäuden sind sie zu einem vorzeigbaren Öko-Symbol für jedermann geworden.

Bei den Größen der installierten Anlagen frage ich mich allerdings des Öfteren, ob da ein Fachplaner dabei war oder ein guter Verkäufer möglichst viele Kollektoren in den Vertrag hineingeschrieben hat.

Weshalb?

Wenn man eine solarthermische Anlage betrachtet und ermittelt, wann sie welche Leistung erbringt wird man feststellen, dass im Sommerhalbjahr fröhlich Leistung abgerufen werden kann, es also immer für die Brauchwasserbereitung reichen wird, wenn es auf den Winter zugeht aber die Leistung schnell zusammenbricht – bei Vakuumröhren später als bei Flachkollektoren – aber die Kurven sind eindeutig: im Winter kommt sehr wenig bis überhaupt nichts an Wärme an – und auch ganz viele Kollektoren multipliziert mit Null bleibt Null! weiterlesen »

Immer wieder kommt es zu kontroversen Diskussionen, die erbittert bis aufs Messer geführt werden, wie dicht eine Gebäudekonstruktion sein soll.

Für einen Neubau ist die Dichtheitsanforderung Stand der Technik und einzuhalten, aber viele „alte Recken“ des Bauwesens wehren sich heftig dagegen. Auf den ersten Blick sollte man meinen, dass es dazu eine einzige Wahrheit geben müsste. Tatsächlich haben aber alte ungedämmte Bauten ein Problem, wenn einfach nur dicht gemacht wird – beim Einbau neuer Fenster zum Beispiel.

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„Ich kann das Wort Wirtschaftlichkeit nicht mehr hören….“: So antworten ärgerliche Referenten manchmal, wenn sie nach der Wirtschaftlichkeit ihres Energiesparprojektes gefragt werden – um dem eingeschüchterten Fragesteller dann bereitwillig zu erläutern, dass die monetäre Wirtschaftlichkeit für Energiesparmaßnahmen eigentlich eine falsche Betrachtungsweise sei. Schließlich würden – um zwei Beispiele herauszugreifen – viele Menschen bei der Ausstattung des neuen Badezimmers 2.000 Euro für besondere Fliesen bezahlen, oder 5.000 Euro für eine weite Urlaubsreise ausgeben, beides höchst unwirtschaftliche Investitionen. Man müsse die Energieeinsparung also nur wollen.

Leider verwechseln die Fachleute hier die monetäre Wirtschaftlichkeit mit der übergeordneten Gesamtwirtschaftlichkeit. weiterlesen »

Dr.-Ing. Architekt Alfred Kerschberger Dr.-Ing. Architekt Alfred Kerschberger ist Verfasser zahlreicher Studien und Fachbücher u.a. zu ökologischem Bauen.

Arno Kuschow Arno Kuschow ist Geschäftsführender Gesellschafter der Firma Eco Casa mit Ansprüchen an energiesparendes Wohnen.

Dipl.-Pol. Frank Schönfelder Dipl.-Pol. Frank Schönfelder Frank Schönfelder ist Marketingleiter Deutschland bei KWB Die Biomasseheizung.

Pia Grund-Ludwig Pia Grund-Ludwig arbeitet seit 25 Jahren als Journalistin. Bei EnBauSa.de ist sie Geschäftsführerin und Chefredakteurin.

Silke Thole Silke Thole EnBauSa.de-Geschäftsführerin und Journalistin Silke Thole wohnt bereits seit 2001 in einem Passivhaus.

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