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Sie sind hier: EnBauSa Blog > Heizung & Warmwasser > Kaminfeuer im Passivhaus? Aber Klar!

Heizen ist nicht nur Last sondern auch Lust, das Spiel mit dem Feuer hat seit der Steinzeit nicht an Reiz verloren. Und so wünscht sich die vorausschauende Bauherrschaft auch im Passivhaus schon mal ein sichtbares Feuer hinter dem Glas eines schönen Kaminofens!

Klassische Antwort auf diesen Wunsch ist aber in Passivhaus-Kreisen meist, dass das nicht gehe oder zumindest nicht sinnvoll sei. Diese Auffassung kann ich überhaupt nicht teilen, man muß nur zusehen, dass man das passende Umfeld dafür schafft.

Mit der Schaffung von Speichermassen innerhalb der hochgedämmten Gebäudehülle, die optimaler Weise als aktivierte Massen für die Temperierung des Hauses zuständig sind, ist es durchaus möglich, die Leistung eines kompakten Ofens auch im Passivhaus sinnvoll einzusetzen. Wenn ich von einem normalgroßen Einfamilienhaus ausgehe und hier von einer aktivierten Bodenplatte und klassischen Heizestrichen im Obergeschoss, habe ich weit über 40 Tonnen Masse, die Wärme aufnehmen und zwischenspeichern kann, bevor es im Haus zu warm wird.

Die Voraussetzung für die sinnvolle Speicherung bei angenehmen Raumtemperaturen ist umso besser, je besser das Haus gedämmt ist – schließlich muß im hochgedämmten Haus die Heizfläche/aktivierte Bauteilmasse nur minimal wärmer sein als die gewünschte Raumtemperatur. Somit ist diese Masse schon bei geringer Erhöhung der Ist-Temperatur in der Lage, Wärme aus dem Raum aufzunehmen, auch aus Wärmestrahlung von einem Ofen, statt weiter zu heizen. Die früher eher berüchtigte Trägheit der masseintensiven Fußboden- oder sonstigen Flächenheizung kehrt sich damit in einen positiven Selbstregeleffekt für ein stabiles Wohlfühlklima im Passivhaus um.

Selbstverständlich ist bei der Idee des Ofens im Passivhaus zu berücksichtigen, dass eine externe Verbrennungsluftzufuhr besteht für raumluftunabhängigen Betrieb. Und auch die klassischen Regeln sind natürlich einzuhalten, also kein zu großer Ofen in kleinen Räumen (insgesamt im Passivhaus natürlich eher ein „Öfchen“ als ein großer „Bollerofen“) sondern am besten in zentraler Lage im Haus, von wo aus eine gute Wärmeverteilung möglich ist. Daß man dann erst mal vorsichtig probiert, wie viel Holz man wirklich einwerfen muß für angenehme Wärme und nicht den Ofen vollschmeißt, um dann schnell entnervt das zu viel an Wärme übers geöffnete Fenster zu entsorgen setze ich voraus.

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42 Antworten auf “Kaminfeuer im Passivhaus? Aber Klar!”

  1. volkmar franke am 11. März 2010 um 10:39

    Wir wohnen jetzt seit 10 Jahren in unserem Passivhaus. Den offenen Kamin haben wir damals aus den gleichen Gründen wie oben beschrieben (geht nicht, nicht sinnvoll) weggelassen. Deshalb erwägen wir jetzt, einen Ethanolkamin aufzustellen, der dem herkömmlichen offenen Kamin noch am nächsten kommt und der sich auch von der Wärmeentwicklung her gut dosieren lässt.

  2. Arno Kuschow am 12. März 2010 um 15:52

    Guten Tag Herr Franke,
    vom „offenen“ Kamin war nicht die Rede in meinem Beitrag, sondern von einem Kaminofen – und der mit externer Verbrennungsluftzufuhr!
    Der Ethanol“kamin“ ist ein dekoratives Wohnaccessoire, sollte aber keineswegs zum heizen herangezogen werden, schließlich gibt der sein Abgas in die Raumluft ab und nicht in einen Schornstein. Von meiner Seite also eine ausdrückliche Warnung vor dem Mißbrauch von derartigen Teilen zum Heizen, fragen Sie mal die Experten der Feuerwehr, ab welchem Volumengehalt in der Luft auch CO² tödlich ist, von CO rede ich dabei noch gar nicht! Nur der guten Ordnung halber: das Heizen mit Ethanol wäre extrem teuer, betrachten Sie mal den Brennwert in Bezug auf den Literpreis!
    Gruß
    Arno Kuschow

  3. Kai Daniel Hesse am 17. März 2010 um 11:50

    Ich kann Herrn Kuschow dabei nur zustimmen. Zwar sind Ethanol-Kamine deutlich günstiger in der Anschaffung, aber dafür dann preislich deutlich höher in der Unterhaltung als herkömmliche Öfen.

    Grundsätzlich sollte man bei Passivhäusern auf eine zumindest optinal vorgehaltene konventionelle Heiz-/ Wärmequelle setzen, da eine standardisierte Lebens- bzw. Funktionsweise von Mensch und Gebäude nur schwer zu erreichen ist.

    Der nachträglich Einbau dürfte unter Einhaltung der oben beschriebenen Schutzfunktionen ebenfalls kein Problem darstellen.

    Gruß
    Kai Daniel Hesse

  4. Oliver Them am 1. April 2011 um 13:20

    Ich muss den beiden Vorrednern auch Recht geben. Auch wenn Ethanol-Kamine wesentlich günstiger in der Anschaffung sind, kann man hinterher davon ausgehen, dass die Folgekosten höher sein werden als die, die man für einen anderen Ofentyp bezahlt hätte.

  5. A. Cioni am 12. April 2011 um 15:35

    Hallo,
    können Sie vielleicht ein Paar Firmen, die Passivhaus-Kaminofen herstellen empfehlen?
    Vielen Dank,
    A. Cioni

  6. Kaminofen-Direkt am 19. April 2011 um 15:08

    Ethanol kann ich nur voll abraten, wie schon Herr Hesse oben. Die Geräte werden einem billig aufgeschwatzt (keine Umbauten Kamin etc.) und dann zahlt man Unmengen für Heizstoff… Stinken tut’s trotzdem, sogar bei den teuren Heizmitteln. Ich bin jetzt auf Holzpellets-Kaminofen umgestiegen. Teurer in der Anschaffung, nach wenigen Jahren amortisiert.

  7. Arno Kuschow am 10. Juli 2011 um 23:36

    ….nur um das Thema nicht zu verzerren: mit dem Ethanol kann man nicht und schon gar nicht sicher heizen, weil es sein Abgas direkt in den Wohnraum abgibt. Das darf also nur ein dekoratives Flämmchen so wie eine Kerze auf dem Tisch sein! Alles was mehr ist, kann lebensgefährlich werden. Insofern sollte man sich hüten, in dem Zusammenhang überhaupt vom „Heizen“ zu sprechen, man erweckt sonst falsche Erwartungen und spielt unbewusst den verantwortungslosen Verkäufern in die Hände, die so was explizit zum Heizen anbieten!
    Gruß
    Arno Kuschow

  8. Robsn am 4. September 2011 um 14:37

    Hallo Herr Kuschow,

    ein wesentlicher Sachverhalt wurde aus meiner Sicht noch nicht angesprochen. Die erforderliche, luftdichte Gebäudehülle von Passiv- und auch Niedrigenergiehäusern wird durch einen Kamin oder Ofen immer durchdrungen z.B. (Zuluftleitungen und Schornstein). Im Zusammenhang mit einer Wohnraumlüftungsanlage sind die Luftdruckverhältnisse (Unterdruck im Wohnraum) zu berücksichtigen. Wenn der Unterdruck im Wohnraum zu groß wird und der Kamin nicht ausreichend dicht ist, kann es sein, dass giftige Gase aus dem Verbrennungsvorgang (Kohlenstoffmonoxid) in die Raumluft gesogen werden. Das geschieht spätestens dann wenn die Ofentür geöffnet wird um Holz nachzulegen.
    Ich bin zwar kein Fachman, aber ich glaube, dass ein gleichzeitiger Betrieb von Feuerstätten und Lüftungsanlagen nicht ohne weiteres zulässig ist. Deshalb behilft man sich mit sogennanten „Druckwächtern“. Das ist ein kleines Messgerät das bei Unterdruckverhältnissen von ca. 4 Pa die Lüftungsanlage automatisch abschaltet (natürlich nur wenn der Kamin oder Ofen in Betrieb ist). Diese Teile sind auch nicht ganz so günstig wie man denkt. Mit 500-1000€ sollte man schon rechnen (nur der Wächter). Man sollte das auch immer vorher mit dem örtlichen Schornsteinfeger abstimmen!

    Das gleiche gilt auch für Dunstabzugshauben in Küchen mit Abluftfunktion (durch Umluftfunktion entsteht kein Unterdruck).

    Vielleicht können Sie das Thema noch etwas besser erläutern Herr Kuschow. Dem Laien (wie ich selbst einer bin) leuchtet das nicht immer auf Anhieb ein ;o)

    Viele Grüße vom Robsn

  9. David am 5. Januar 2012 um 10:26

    Ich spreche mich für Ethanolkamine aus, da sie zum Einen umweltschonend sind, und zum Anderen für eine schnellere Erwärmung sorgen als sonstige Kamine.

  10. Arno Kuschow am 7. Februar 2012 um 21:37

    David schrieb:

    „Ich spreche mich für Ethanolkamine aus, da sie zum Einen umweltschonend sind, und zum Anderen für eine schnellere Erwärmung sorgen als sonstige Kamine.“

    Für diese pauschalisierende Aussage hätte ich gern mal einen schlüssigen Beweis gehört – den werde ich aber nicht kriegen, weil es den nicht gibt!
    Wie kommt David darauf, daß Ethanol umweltschonend ist? Schließlich muß der Alkohol erst mal unter Energieeinsatz destilliert werden und hat schon von daher keine brauchbare Energiebilanz – ganz im Gegensatz zu forstwirtschaftlich erwirtschaftetem Restholz aus einheimischen Wäldern!
    Ob der Alkohol dann vor Ort sauber verbrennt ist also völlig unerheblich!
    Ein Ethanolkamin ist zudem ein Dekorationsgegenstand und keine Heizung, er verfügt über keinerlei geordnete Abgasführung ins Freie! Beim tatsächlichen Heizen mit Ethanolkaminen wird so viel Sauerstoff verbrannt, daß die Atemluft knapp wird. Wenn dann nicht reichlich gelüftet wird – was den Heizeffekt zunichte macht – droht die Bildung auch von Kohlenmonoxyd!
    Wer sich hier für das Heizen mit derartigen Gerätschaften ausspricht, nimmt billigend CO-Tote in Kauf!
    Gruß
    Arno Kuschow

  11. Arno Kuschow am 7. Februar 2012 um 21:54

    Robsn schrieb:
    „Vielleicht können Sie das Thema noch etwas besser erläutern Herr Kuschow. Dem Laien (wie ich selbst einer bin) leuchtet das nicht immer auf Anhieb ein ;o“

    Ja, das tue ich gern:
    Durch die externe Zuluft und Schornstein wird bei einem modernen Ofen der gesamte Verbrennungsvorgang bei geschlossener Ofentür von der Raumluft im Haus ferngehalten. Die Zuluft- und Schornsteinführung ist dicht in die luftdichte Hülle eingebunden, ist also keinesfalls ein ungeordnetes Loch in der Konstruktion! Damit die Ofentür auch wirklich zu bleibt und auch dicht ist, gibt es dafür geprüfte raumluftunabhängige (RLU) Öfen mit selbstschließenden & verriegelnden dichten Türen.
    Damit ist grundsätzlich jede zu wünschende Sicherheit gegeben, der kurze Augenblick des Öffnens zum Holz nachlegen ist da zu vernachlässigen.
    Natürlich muß jede Feuerstelle vom Schornsteinfeger geprüft und abgenommen werden und so darf der so einen Unterdruckwächter fordern, der über Schornsteintemperatur und Unterdruck erkennt, ob die Lüftungsanlage ggf. für einen Augenblick ausschalten muß – was sie tatsächlich fast nie muß!
    Sicher, die Kosten von nahe 1000 Euro – Ihre Kostenschätzung ist da schon sehr real – sind erst mal ärgerlich und je nach Einschätzung der Situation kann man das als überflüssig abtun ….. aber jede Sicherung an der Tür kann auch mal defekt sein, eine Scheibendichtung mit der Zeit undicht werden …. wer weiß …. ein Menschenleben ist mehr als 1000 Euro wert! Insofern mag ich dem Schornsteinfeger der das fordert keinen bösen Willen unterstellen!
    Und schließlich ist so ein Haus mit allem Luxus insgesamt ein teurer Spaß, da wird viel Geld für wesentlich blödsinnigeres als so einen Druckwächter ausgegeben!
    Gruß
    Arno Kuschow

  12. Michael Winkler am 18. Februar 2012 um 11:14

    Hallo Hr. Kuschow,

    wir leben nun seit Mai 2011 in unserem Passivhaus. Dieses wird „leider“ auch nur über die Lüftungsanlage elektrisch beheizt. Schon jetzt im ersten Winter stellt sich heraus, dass dies auf Dauer wohl keine wirtschaftliche Lösung sein kann. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Strompreise in Zukunft deutlich steigen werden und wir in einer bewaldeten Region (Bayern) leben.

    Zum Glück bestanden wir beim Bau (entgegen der Meinung unserer Passivhaus-Baufirma) auf den Einbau einer Kaminvorbereitung incl. Druckwächter.

    Können sie uns einen oder mehrere Stückholzöfen empfelen? Wir haben eine Wohnfläche von etwa 160 qm, wobei der Wohnbereich im EG, wo der Ofen aufgestellt wird, etwa 70 qm hat (Küche, Eß- und Wohnzimmer offen mit großer Südverglasung).

    Oder wäre vielleicht ein Kleinwindrad zur Eigenstromerzeugung eine sinnvolle Alternative, so dass der erhöhte Strombedarf ökologisch und wirtschaftlich kompensiert werden kann?

    vielen Dank im Vorraus

    Michael Winkler

  13. Arno Kuschow am 23. Februar 2012 um 23:24

    Hallo Herr Winkler,
    Ihren Text lese ich mit gemischten Gefühlen:
    einerseits bin ich selbst Passivhausverfechter und die Berichte über unwirtschaftliche Passivhäuser sind da natürlich mindestens ärgerlich.
    Andererseits vertrete ich auch energisch die Auffassung, daß ein sinnvolles Energiekonzept ins Passivhaus gehört und nicht nur so ein Heizungsersatzsystem, das versagen muß, sobald mal eine etwas höhere Anforderung kommt!
    Für die wirklich fachlich fundierte Empfehlung eines speziellen Ofens fehlt mir die Kompetenz – man muß auch manchmal wissen, wo man aufhören muß klugzuscheißen ;-)) … es sollte auf jeden Fall ein relativ kleiner Ofen sein und nicht unbedingt über zu viel träge Speichermasse verfügen, damit er nicht ungeordnet zu viel nachheizt wenn schon genug Wärme im Haus ist!
    Eine eigene Stromerzeugung ist natürlich immer eine grundsätzlich interessante Sache, insbesondere weil die neuesten rechtlichen Eckwerte ja einen Eigenverbrauchsanteil festlegen.
    Stromerzeugung zur Eigennutzung ist natürlich dann am sinnvollsten, wenn man damit nicht zu viel Pufferfunktion ans Netz überträgt!
    Ich denke ich werde dazu noch mal gesondert einen Blogbeitrag verfassen.
    mfg
    Arno Kuschow

  14. Willi Mock am 14. Mai 2012 um 18:33

    Hallo,

    wir wollen dieses Jahr im Kölner Westen ein Passivhaus bauen. Ich habe mir auch den Kopf zerbrochen, wie ich in dieses Haus einen Kaminofen integrieren kann. Wenn man unter Google „Kleinspeicherofen, Minigrundofen, Kleinkachelofen, Kleingrundofen“ googelt, dann kommt man irgendwann auf die Firma Ofenbau Steinringer. Die haben einen Kleinkachelofen in Gestellformat entwickelt. Ich war über Ostern in München und bin „Osterdienstag“ nach Österreich zur Fa. Steinringer gefahren. Dort habe ich persönlich mit dem Senior gesprochen. Er ist Hafner- und Heizungstechnikmeister. Der Ofen machte mir einen äußerst soliden Eindruck. Wirkte sehr ästetisch und ich kann ihn mir in meinem Wohnesszimmer schon vorstellen. Die Technik ist ausgereift und es gibt endlos viele Kacheln, mit dem ich die Grundofentechnik verkleiden kann. Vor allem der Preis ist interessant.
    Ich habe die Vorteile eines Grundofens in meinem Haus in Norddeutschland kennen und schätzen gelernt. Dies wollte ich auch in meinem Passivhaus nicht missen. Die Fa. Rath, Österreich, bietet auch einen Bausatz an, der eine sehr geringe Leistung 2,2 kw hat. Dieser sollte aber von einem Ofenbauer gesetzt werden. Beide Öfen haben Zertifikate und sind Made in Österreich. Also absoluter Stand der Technik und werden in Deutschland von jeden Schornsteinfeger mit Kusshand abgenommen.
    Bei der Fa Rath kann der Kleingrundofen verputzt oder verkachelt werden. Beide Firmen Steinringer und Rath geben für Passivhausbauer technische Hilfestellung für externe Luftzufuhr, Differenzdruckwächter, Statik ect. Dadurch ist garantiert, dass das Wohnzimmer nicht zur Sauna wird und ich viel Freude am sichtbaren Feuer haben. Zwar nur kurze Zeit, aber dann kommt ja die Strahlungswärme, damit habe ich die Sonne im Winter in meinem Wohnzimmer.

  15. Veronika Schneider am 31. Mai 2012 um 19:29

    Hallo,
    mit großem Interesse habe ich Artikel und Einträge gelesen. Dabei bin ich über die Frage nach einem geeigneten Ofen gestoßen. Seit einigen Jahren arbeite ich für den kleinen Hersteller rondo Ringkachelofen auf Messen, daher sind mir das Thema und die verbundenen Schwierigkeiten (zu viel Wärme im Haus, raumluftunabhängiger Betrieb, Lüftungsanlage, Druckwächter usw.) gut bekannt. Am wichtigsten scheint mir die kompetente und individuelle Beratung zu sein, um eine optimale Heizlösung zu finden. Die gilt es bei verschiedenen Herstellern/Händlern zu erfragen.
    Grundsätzlich möchte ich mich für den Einsatz von Strahlungswärme aussprechen, da diese effizient und gesund ist und der Idee des minimalen Energieverbrauchs entspricht.
    Auf der Suche lohnt vielleicht der Blick auf das Modell rondolino von rondo Rinkachelofen: er ist ein runder Speicherofen mit Metallmantel und schon oft erfolgreich in Niederenergiehäusern und Passivhäusern eingebaut worden. Der hohe Wirkungsgrad und niedrige Emissionswerte zeichnen diesen Grundofen aus. Die Heizleistung des kleinsten Modells (Höhe 144cm, Durchmesser 50cm) beträgt durchschnittich 1,9 KW (1,5 Std. Anheizzeit, Abstrahlung ca. 8 Std.). Der Ofen wird auch als Bausatz angeboten.

    Zum Thema Ethanolverbrennung kann ich nur sagen: aussen hui innen pfui. Weder die ökologisch noch die ökonomische Bilanz kann sich sehen lassen. Dann noch lieber die gute alte Kerze (die übrigens eine wahre Feinstaubschleuder ist).
    Und noch ein Nachtrag zu Ethanol: Damit holen Sie sich Feuchtigkeit ins Haus. Bei der Verbrennung entsteht neben Kohlendioxid auch Wasser, die Folgen in einem dichten Gebäude können Sie sich sicher ausmalen!

  16. Veronika Schneider am 1. Juni 2012 um 14:07

    Ein Nachtrag zur Verbrennung von Ethanol: damit holen Sie sich Feuchtigkeit ins Haus. Bei der Verbrennung entsteht neben Kohlendioxid auch Wasser, die Folgen in einem dichten Gebäude können Sie sich sicher ausmalen!

  17. Tom Schuermann am 5. Juni 2012 um 21:37

    Es ist halt ärgerlich, dass es nur so wenige raumluftunabhängige Kaminöfen mit kleiner Heizleistung am Markt gibt. Die meisten haben gleich eine Nennwärmeleistung von 7kW und mehr. Ich gehe mal davon aus, dass das Angebot bei den raumluftunabhängigen in den nächsten Jahren immer besser werden wird.

  18. Arno Kuschow am 6. Juni 2012 um 11:00

    @ Tom Schuermann: die Situation auf dem Ofenmarkt wird auch davon bestimmt, wie groß die Nachfrage für kleine Ofenleistungen ist, und die ist eben aufgrund der irreführenden „ohne Heizung“-Dogmatik im Passivhausbereich eher klein.
    Ansonsten bestimmt aber der Nutzer, wie viel Leistung der Ofen tatsächlich abgibt: Ebenso wie Sie auch mit einem Porsche StVO-konform fahren können, wenn Sie nicht dauernd bis zum Bodenblech durchtreten, müssen Sie auch nicht den Brennraum des Ofens vollschmeißen. Der liefert nur so viel Leistung wie Sie ihm Futter geben.
    Man muß eben nur vorm Einwerfen nachdenken, das gilt um so mehr, wenn der Ofen Speichermassen hat und verzögert Wärme abgibt.
    Echtes Feuer ist archaisch und unterwirft sich nicht einer digitalen Regelung ;-))
    Gruß
    Arno Kuschow

  19. Jens Pfister am 12. August 2012 um 18:16

    Hallo, wenn die Ofenbauer / Kaminofen Hersteller darüber nachdenken würden, ihre wasserführenden und raumluftunabhängigen Öfen einfach mal doppelt zu verglasen, wäre das Problem gelöst. Ich war letzten Winter in Norwegen und hab abends meinen Kollegen daheim besucht. Der hat ein Holzhaus in Passivbauweise und im Wohnzimmer nen einfachen Kaminofen stehen, der ihm auch viel zu viel Leistung abgestrahlt hat. Er ist einfach hingegangen und hat sich vom lokalen Ofenbauer ne doppelte Scheibe einbauen lassen. Jetzt strahlt der Ofen noch insgesamt unter einem KW/h in den Raum, was mehr wie übrig reicht und der Rest geht ins Wasser und in Heizkreis. Laut ihm darf man das in Norwegen einfach machen. Wollte ich auch tun, da haben mir der Schornsteinfeger und der Ofenbauer und der Glaslieferant und der Edelstahlbauer, kurzgesagt alle ;-), erklärt, dass dann der Ofen die Zulassung verliert. Wenn’s brennt zahlt keine Versicherung und so weiter …. Um auf mein Statement vom Anfang zurück zu kommen: Warum baut kein Hersteller nen Ofen mit ner richtigen Isolierung vor allem in der Scheibe und alle „Niederenergiehausprobleme“ wären gelöst? Mehr Leistung im Wasser, viel weniger Leistung im Wohnraum und deutlich längeres Heizvergnügen mit dem Kaminofen?!? Für mich bedeutet das, dass ich jetzt ein zweites Primärheizsystem benötige, obwohl mein Ofen den Heizbedarf deckt, aber halt nur mit offenem Wohnzimmefenster, was in nem Niederenergiehaus mit aktiver Lüftung usw. total sinnlos ist. Falls jemand noch ne Idee hat, ich bin für jede Hilfe dankbar 😉

  20. Gerd Rivinius am 26. August 2012 um 19:49

    Hallo,
    wir planen den Bau eines Niedrigenergiehauses im Bungalowstil mit einer Größe von 150 m². Neben einer aktiven Be-und Entlüftung soll eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 8kW zum Einsatz kommen. Diese soll auch das Warmwasser bereit stellen. Ein kleiner Kaminofen ist ebenfalls vorgesehen. Dieser soll zentral im größten Raum ( 60m²) stehen. Da die Bodenplatte und das Mauerwerk (Kalksandstein) innerhalb der Wärmedämmung liegen, frage ich mich nun, wie groß die Fußbodenheizung zu dimensionieren ist. Wer hat hier schon eigene Erfahrungen gesammelt? In wie weit lässt sich eine Wandheizung hiermit einbauen?

  21. Arno Kuschow am 28. August 2012 um 14:30

    @Gerd Rivinius:
    erst mal dimensioniert man die Fußbodenheizung unabhängig von der Leistung des zusätzlichen Ofens, weil die Heizung auch ohne den manuellen Ofen die Heizleistung bringen muß.
    Zum Zweiten wird man aufgrund der Heizungsart Wärmepumpe sinnvollerweise immer mit dem minimalen Verlegeabstand der Fußbodenheizung arbeiten, damit der Vorteil der höchstmöglichen Leistungszahl bei niedrigstmöglichem Vorlauf genutzt wird, eine vermeintliche Optimierung unter dem Aspekt des sparens von Rohrlängen ist hier absolut kontraproduktiv!
    Die Dimensionierung der Wärmepumpe erscheint mir bei einem ECHTEN Niedrigenergiehaus von 150 qm zu groß!
    Eine Wandheizung lässt sich grundsätzlich problemlos in die Heizkreise der FB-Heizung integrieren, da sie mit der gleichen Vorlauftemperatur arbeitet wie die FB-Heizung, allerdings muß man bedenken, daß für die Entlüftung des Wandheizkreises eine Möglichkeit am höchsten Punkt des Systems gefunden werden muß, geht nicht am Verteiler im Erdgeschoß!
    Wenn die Wärmedämmung WIRKLICH dem Anspruch an ein Energiesparhaus genügt, wird die Fußbodenheizung bzw, Wandheizung nur mit einem so geringen Vorlauf und Bodentemperatur arbeiten, daß die Speichermassen problemlos in der Lage sind, die zusätzliche Ofenwärme zu speichern und nicht noch zusätzlich zu heizen, wenn der Ofen in Betrieb ist, wobei natürlich Erfahrung in der Auslegung und Konzeption des „Gesamtsystems Haus“ die Sache erleichtert ;-))
    Gruß
    Arno Kuschow

  22. Chris am 12. Oktober 2012 um 01:17

    Hallo,

    wir planen ebenfalls ein PH zu bauen.
    Bei Recherchen bin ich auf eine Studie des Instituts für Bauforschung gestoßen, wonach ein Passivhaus aus Stein weniger oft überhitzt und übers Jahr hinaus 12% weniger Energie verbraucht als ein Fertighaus.

    Folgende Fragen tun sich mir heir auf:
    1) Wenn man Ihrem Vorschlag folgt und das Haus mit einer FBH mit ca. 2K Differenz zur Raumluft heizt, dann dürfte es doch eigentlich nicht zur Überhitzung kommen. Oder irre ich mich hier und es spielen auch die solaren Wärmegewinne eine entscheidende Rolle?
    2) kann ich im Steinhaus die FBH kleiner auslegen als im Fertighaus, da die Gesamtmasse höher ist?
    3) es gibt ja auch Häuser mit massiver Holzwand (10-15 cm) + Wärmedämmung. Führt dieser Massegwinn auch zu verbesserter Wärmespeicherung?
    4) ich habe von so genannten Eisspeichern (Solareis) gehört, die mit Sonnenkollektoren und Wärmetauscher die gewonnene Energie angeblich sehr gut speichern können und effizienter sein sollen als eine Erdwärmepumpe. Allerdings handelt es sich bei den meisten Berichten ausschließlich um Werbung. Ist es Ihnen möglich eine objektive Einschätzung zu dieser Technik zu geben? Besonders stutzig macht mich hier vor allem der angegebene Multiplikator von >4. Dieser wird mit Erdwärmepumpen verglichen die wohl bei einem Multiplikator von 3-4 liegt. Aber ist dieser Vergleich überhaupt korrekt? Oder müsste ich hier nicht Erdwärmepumpe + Sonnenkollektor gegenüberstellen?

    Viele Grüße
    Chris

  23. Arno Kuschow am 15. Oktober 2012 um 00:10

    Hallo Chris,
    grundsätzlich sollte man nur der Studie glauben, die man selber manipuliert hat ;-))
    Entscheidend ist, daß es im beheizten Volumen eine Speichermasse gibt, die entsprechend puffern kann. Wenn diese auch noch aktiviert ist, um so besser. Insofern ist die pauschale Massiv – Holz-Fertigbau – Vergleicherei nicht zielführend.
    Eine grundsätzlich andere Dimensionierung würde ich nicht andenken.
    Jede Erhöhung der Speichermasse innerhalb der Dämmung führt zu gleichmäßigerem Raumklima, wobei ich massive Holzwände (Brettstapel o.ä.)eher als Reaktion auf die „Massiv“-Werbung sehe. Auch schwere Dämmstoffe verschieben die Amplituden des Wärmedurchgangs und sorgen für bessere Bewohnbarkeit im Sommer.
    Grundsätzlich kenne ich die Eisspeicher, habe aber keine konkreten Beispiele,aus denen ich Erfahrungen ziehen könnte. Für diejenigen die die Technik nicht kennen: auch hier muß natürlich eine Wärmepumpe zum Einsatz kommen …. Leistungszahl einer Sole-WP kann bei guter Wärmequelle und Bauteilaktivierung aber auch in Richtung 5 gehen……
    Beim Eisspeicher ist es wohl so, daß auch geringe aus dem Kollektor abrufbare Temperaturen noch genutzt werden können …….am Ende eine Frage, wie viel Technikpakete einen Sinn machen für die paar kW die man im Passivhaus braucht.
    Gruß
    Arno Kuschow

  24. Martin am 21. Oktober 2012 um 11:49

    Hallo,

    wir planen in Passiv Haus (Holzbau, 135 m2) mit einer Luft/Luftwärmepumpe und Komfortbelüftung. Nach den mir vorliegenden Zahlen ist der Wirkungsgrad bis minus 15 geben.

    Zur Abdeckung von Spitzen (<-15°C) hätten wir uns einen Bioethanolkamin im Wohnzimmer vorgestellt. Da die meiste Heizleistung über die Wärmpumpe kommt wäre der Bioethanolkamin nur an einzelne Wintertagen im Einsatz.
    Meine Frage, schafft es eine Komfortlüftung die Luft so zu rein zuhalten wenn der Bioethnolkamin brennt? Besteht hier wirklich eine Gefahr der CO und CO2 Vergiftung?

    Danke mfg Martin

  25. Arno Kuschow am 26. Oktober 2012 um 19:48

    Martin, lass es bleiben!
    Beides!
    Die Luft-Luft-WP muss schon vor minus 15 aussen die Luft innen gewaltig heiß machen, was die Leistungszahl in den tiefsten Keller drückt!
    „Bio“-Ethanol-„Kamine“ sind keine Heizung sondern gefährliches Dekor-Spielzeug!
    Gruß
    Arno Kuschow

  26. Johannes Haerle am 29. Oktober 2012 um 00:44

    Hallo,

    eine Waermepumpe in einem Passivhaus ohne Flaechenheizung ist voellig fehlinvestiert, da es ein Niedertemperatur-Heizsystem ist, dass mit einer Lueftungsheizung nicht funktionieren kann. Die Luft-Luft-WP funktioniert unter -5°C aber sowieso als reine E-Heizung, ist also nicht ratsam.

    Ein Kaminofen im Passivhaus ist eigentlich nur mit einem eigenen Waldstueck empfehlenswert, Holz bekommt man im Einkauf fuer 7,5ct/kWh, bei einem Wirkungsgrad von 80% sind das knapp 10ct/kWh. Die Anschaffungskosten liegen bei min 1500€ fuer Kamin, 500€ fuer Ofen, 500€ fuer Druckwaechter, macht insgesamt min. 2500€ (bei einem relativ guenstigen System). Sparen kann ich dadurch bei insgesamt 2250kWh/a bei 150m² vielleicht, wenn es hoch kommt 1000kWh * 10ct (die Holz guenstiger ist als Strom) = 100€/a. Macht eine Amortisationszeit von 25 Jahren ohne Kreditkosten (die ich fuer den Ofen evt. zusaetzl. aufnehmen muss)…

    Wuerde ich mir also 3 mal ueberlegen, wenn ich nicht unbedingt ein Kaminofenliebhaber bin. Mit Strom zu heizen ist nicht unbedingt eine unwirtschaftliche Loesung, auch wenn es verpehnt ist…

    Bei den Bioethanolkaminen wuerde ich mich vor der Anschaffung erst einmal informieren, wieviel Raumluft dieser bei voller Leistung verbraucht, entsprechend muss die Zuluft fuer den Aufstellraum erhoet werden, und ein CO2-Waechter eingebaut werden. Eine CO-Vergiftung wird nicht bestehen (zumindest gehe ich von einem sauberen Verbrennungsvorgang aus, sonst waeren die nicht zugelassen), eine CO2 schon. Allerdings ist das keine Vergiftung wie beim CO, sondern CO2 ist ein Narkosegas. Bei zuviel CO2 in der Raumluft (etwa 8%) kommt es dadurch zum Todesfall, dass der Herzmuskel gelaehmt wird und aufhoert. Bei einer Mund-zu-Mund beatmung wird aber auch CO2 in entsprechend hohen Mengen eingepustet. Nur wird hier der Herzmuskelschlag erzwungen, deshalb ist er im Gegensatz zur natuerlichen Atmung bei 8% CO2 im Luftanteil nicht toedlich. Bei 8% CO2-Gehalt in der Luft waeren immer noch 13% Sauerstoffanteil in der Atemluft, das wuerde ausreichen, wenn der Herzmuskel funktionieren wuerde und nicht gelaehmt werden wuerde…

    Ueber die 1200ppm (1%) CO2-Anteil sollte man aber nach der DIN 13779 gar nicht kommen, wenn man gesund leben moechte. Sonst braucht man sich nicht ueber Atemstoerungen, Depressionen, Gaehnen, Konzentrationsstoerungen und phsychische Probleme beschweren…nach Arbeitsstaettenrichtlinie sind max 1500ppm (1,5%) zulaessig. Eigentlich geht das nicht ohne Lueftungsanlage. Aber wer will das schon wissen.

    Mit einer Waermerueckgewinnung darf man evt. auch die Heizwaerme des Ethanolkamins mit entsprechendem Rueckgewinnungsgrad der WRG beruecksichtigen, ohne WRG muss ich aber die Waerme, die ich mit diesem Kamin erzeuge, mit Fensterlueften wieder zunichte machen. Irgendwohin muss ja das entstandene CO2. Ich wuerde es also auch nicht fuer eine Heizlastberechnung beruecksichtigen und halte es fuer nicht ganz ungefaehrlich fuer die Gesundheit…

    Lieben Gruss,
    Johannes Haerle

  27. Dirk Günther am 8. November 2012 um 20:17

    Hallo,

    wir planen ein Passivhaus mit ca. 150 m² für 4 Personen. Um von der Strompreisentwicklung unabhängig zu sein, ist eine Photovoltaikanlage geplant. Als Zusatzheizung bzw. vorallem zwecks Behaglichkeit soll ein Kaminofen installiert werden.
    Ist es realistisch, dass mit dieser Konstellation keine oder nur sehr geringe Zusatzkosten für Warmwasser bzw. Heizung entstehen?

    Vielen Dank. Dirk

  28. JH-CAD-Architekt.de am 10. November 2012 um 19:04

    Hallo Dirk,

    von der Strompreisentwicklung wirst Du nur unabhaengig sein, wenn Du einen Stromzwisschenpeicher hast.Ansonsten bringt Dir die PV nicht so viel…da der meiste Strom nachts benoetigt wird, sie aber tagsueber produziert.

    Warum willst Du denn aber davon unabhaengig sein?

    Mit einem herkoemmlichen Kaminofen zu heizen ist beinahe so teuer, wie mit Nachtstrom. Verstehe Deine unabhaengigkeitswuensche deshalb nicht so?

    Deine Zusatzkosten sind von wesentlich mehr abhaengig, wie Du angegeben hast…z.B. Daemmstaerke/WRG oder nicht?/Fenster/hast Du eigenes Waldstueck fuer Holzkamin?Lage Grundstueck/Hausbau mit Kreditaufnahme oder angespartem Geld?etc.

    Lieben Gruss,
    Johannes

  29. Arno Kuschow am 12. November 2012 um 00:50

    Hallo Dirk Günther,
    die Photovoltaik-Anlage produziert erst mal Strom, der verkauft werden muß bzw. zum Teil als Eigenverbrauch gefördert wird, damit sich die Investition in die Photovoltaikanlage rechnet. Mit der Nutzung des Eigenverbrauchsanteils in einer Wärmepumpe wird das schon ein brauchbares Modell, der Ofen liefert gerade wenn Sonnenstrom knapp werden könnte etwas hinzu….
    ist am Ende immer ein Gegenrechnen einer höheren Investition gegen einen entsprechenden Verbrauch, gibt keine einfache Antwort 😉 wobei man mit dem Modell die Verbrauchskosten tatsächlich nahe Null reduzieren kann, nur bitte die Bedienung des Kredites für die Photovoltaik etc. nicht darüber vergessen!
    Gruß
    Arno Kuschow

  30. Bernd am 26. November 2012 um 15:14

    Hallo,

    ich möchte auch noch mal kurz mit meinen Erfahrungen einen Beitrag leisten. Meine Anlagenkonfiguration habe ich vor etwa 2 Jahren hier unter dem Blog „Fallstricke beim umweltfreundlichen Heizen“ beschrieben.
    Ich besitze einen wasserführenden Kaminofen, 4m³ Pufferspeicher, 12m² Röhrenkollektoren, elektr. FBH in den Bädern, solartaugl. Durchlauferhitzer, KWL. Dazu ein freistehendes EFM, 127m² WFL + Keller + Spitzboden. KFW40 Standard.

    Verbrauch Holz: ca. 5RM Scheitholz / Jahr
    Verbrauch Strom: 2010/2011: 3800kWh; 2011/2012: 3600kWh

    Die Kosten für Holz finde ich hier im Blog relativ hoch angesetzt. Bei uns kostet ein RM Buche mit Anlieferung 90€. 90/(2000*80%) = 0,056ct/kWh. Schornsteinfeger ca. 25€ / Jahr.
    Wenn es dafür auch Nachtstrom gibt, her damit! Seit dem Beginn dieser Heizperiode heizen wir noch immer mit dem ersten RM, der dann in der ersten Dezemberhälfte zur Neige gehen wird.

    Zur Thema Druckwächter. Meine KWL hat eine Volumenstromregelung für Zu- und Abluft, wodurch man im Prinzip im Haus einen leichten Überdruck fahren kann. Der Preis lag aber irgendwo unterhalb von 500€. Meine Erfahrungen mit leicht geöffneter (angelehnter) Ofentür sind die, dass die Luft immer in den Ofen zieht, niemals heraus. Das passiert nur bei voll geöffneter Tür (Holznachlegen). Die Volumenstromregelung braucht man IMHO sowieso, da einem irgendwelche Einstellwerte aus dem Neubauzustand mit der Zeit sowieso weglaufen (Filterverschmutzung, manuelles Verstellen etc..).

    Luftfeuchte: Im Winter geringer, aber nicht bei 20%. Hab mir letztens erst ein digitales Gerät zugelegt. In diesem nicht allzu kalten November zwischen 43-50%.

    Heizleistung Ofen: Ich denke, kleine Heizleistungen sind schwierig umzusetzen. Die gebräuchlichen Scheite haben 33cm Länge. Für ein vernünftiges Abbrandverhalten muss man 2-3 Scheite gleichzeitig einlegen. Dann hat man automatisch 5-8kW. Das kann man nicht herunterdrehen wie eine Stereoanlage. Für kleine Leistungen bräuchte man einen kleinen Brennraum und kleine Scheite. Die sind teuer, schneller runter gebrannt und man müsste damit auch noch öfter nachlegen. In Summe also eher unpraktisch.

    Die Temperatur im Wohnzimmer liegt beim Ofenheizen zwischen 22 und 24°C, drüber eher nicht.

    Meine Auslegungs-Empfehlungen für einen Ofen wären:
    – Offene Bauweise, offenes Wohnzimmer, aus dem die warme Luft einfach in die anderen Hausbereiche zirkulieren kann.
    – Alternativ vernünftig ausgelegte KWL, bei der ausreichend Luft aus dem Wohnzimmer abströmt.
    – KWL, die auch in (Teil-) Umluft betrieben werden kann. So bekommt man die Luftströme, die man zum Heizen und Verteilen braucht, ohne sich dadurch eine extrem geringe Luftfeuchte einzukaufen.
    – Massive Bauweise des Hauses. Dieses reduziert die Temperaturschwankungen durch die angebundene große Wärmekapazität. Möglicherweise gilt ähnliches für die Feuchte.
    – Ein wasserführender Ofen ist sehr hilfreich, die Heizleistung im Wohnraum zu begrenzen, da 2/3 der Leistung in den Tank gehen.

    Als Back-up für kalte Tage, Abwesenheit oder Heiz-Unlust habe ich mir kürzlich einen 650W Strahlungsheizer an die Decke montiert. Dies könnte auch eine gute Alternative für den hier diskutierten Ethanol-Kamin sein.
    Vorteil: Der Heizer muss nicht erst den gesamten Luftraum erwärmen, um zu wirken. Die Infrarotstrahlung selber erzeugt schon ein Wärmeempfinden. Dadurch kann man den Heizer anschalten, wenn man es „eben schnell“ mal warm haben will – und danach wieder ausschalten. Vielleicht berichte ich nach Ablauf dieses Winters mal über die weiteren Erfahrungen im Betrieb.

    Grüße, Bernd

  31. www.JH-CAD-Architekt.de am 26. November 2012 um 16:24

    Hallo Bernd,

    auf http://www.brennholz.com/Brennholz/ofenfertig-regional/8293,0,0,0,8293,0.htm?kat=2&e=11

    bekomme ich bestenfalls einen srm Buche ab 70,62 € / srm
    = 105,93€/rm Buche. Hinzu kommen noch
    56€ Anlieferungskosten/7srm
    (auch selbstabholung lässt Kosten entstehen…)
    => 70,62€/srm + 56€/7srm = 78,62€/srm = 117,93€/rm

    In einem Raummeter Buchenholz sind bestenfalls 1890kWh Brennstoff enthalten (bei max 24% Holzfeuchte).
    => 117,93€/1890kWh = 0,062€/kWh. Nun hat der Ofen noch einen Wirkungsgrad von bestenfalls 75% (Herstellerangaben):
    => 0,062€/kWh / 0,75 = 8,3ct/kWh.

    Und das alles mit dem billigsten und optimalsten gerechnet.

    Die meisten Menschen wissen nicht, wie man Holz optimal im Ofen befeuert (lassen Ofentuer offen, lassen Ofen rußen, etc) so dass man davon ausgehen kann, dass der Wirkungsgrad eines Holzkaminofens max auf zw. 50-60% für seine komplette Abbrandphase kommt. Rechnen wir mit 50% Wirkungsgrad, sind wir bei einem Holzofen günstigstenfalls bei 12,4ct/kWh, Nachtstrom kostete dieses Jahr 14ct/kWh (hat sich aber inzwischen erhöht).
    Im Baumarkt bekommt man schon so das Holz fuer zw. 9-12ct/kWh ohne reinrechnen des Ofenwirkungsgrades, macht in der Praxis dann einen Preis von 18-24ct/kWh. Da die Holzmengen für das Beheizen eines Passivhauses sehr gering sind, wirst Du Dir nie 7ster(srm) auf einmal bringen lassen, da sonst die max. Lagerzeit von 5 Jahren überschritten wird, und das Holz anfängt, abzubauen. Der Hang zum Baumarkt ist bei einem Passivhaus garantiert, und hier wird noch viel mehr „abgezockt“, wie beim Strom, der tatsächlich auch / kWh gekauft wird, und nicht in Einheiten, die der normalsterbliche gar nicht genau umrechnen kann…
    Holzkaminofen ist ein Heizstoff, mit dem man genau rechnen muss, und wenn man das nicht kann, sollte man es sein lassen, sonst kann es sehr teuer werden… und gerade die wassergeführten Kaminoefen sind in der Anschaffung sehr teuer (so gut sie auch sind), so dass man mit Gas und zentralem Nachheizregister in der WRL wesentlich günstiger fahren kann. Einen wassergeführten Kaminofen unter 500 Euro ist mir zumindest nicht bekannt, wäre aber interessant, wenn jemand einen Link zu so etwas posten koönnte…auch beim Kaminofen muss man beachten, dass er ca. alle 15 Jahre neu ersetzt werden sollte (Wertverlust mit Heizbedarf gegenrechnen!)

    Bekommst Du den rm wirklich fuer 90 Euro, Bernd?

    Lieben Gruss,
    Johannes Haerle

  32. Arno Kuschow am 27. November 2012 um 19:12

    Hallo Bernd,
    (wegen nur Vornamen bleib ich mal beim „Du“)
    Du beschreibst Dein Haus schön vollständig und auch die Anlagentechnik und schreibst von „KfW 40“.
    Spätestens bei den Mengen an eingesetzter elektrischer Energie und zusätzlich Brennholz komme ich aber heftigst ins Grübeln.
    Bei vergleichbaren Häusern habe ich insgesamt 2.000 kWh bis höchstens knapp 3.000 kWh bei sehr ungünstigem Nutzerverhalten und dabei keinen Ofen, also nicht die Energie aus 5 Raummetern Brennholz!
    Mit Einsatz von einem Kaminofen zur Unterstützung sollte in einem KfW-40-Haus das ja eigentlich vergleichbar mit einem Passivhaus sein sollte erheblich weniger Elektrounterstützung nötig sein!
    Dein Plädoyer für massive Bauteile als Massespeicher sollte man vielleicht nur auf innenliegende Bauteile beziehen und nach aussen hin doch mehr Wert auf optimale Dämmung legen, Holzständer oder/und WDVS, da braucht es keine Masse.

    Ansonsten ist Ethanol-Dekorofen (nicht Heizer!) und Infrarot-Strahler für mich in die gleiche Schublade von Bauernfang zu stecken!

    Gruß
    Arno Kuschow

  33. Willi Mock am 27. November 2012 um 21:32

    Hallo,

    ich finde es lustig, wenn man sich über die Preise für Holzscheite unterhält und diskutiert. Vielleicht sollte man einfach mal den Bauer fragen, bei dem man die Kartoffel oder Frühstückseier kauft. Die habe meistens Zugang zu Kaminholz. Dann lassen sich die Preise relativieren.
    Zu dem Thema Grundofen verweise ich einfach auf den Eintrag von mir vom 14.5.2012. Dazu möchte ich noch einen neuen interessanten Grundofen der Fa. Keumalit aus Waltrop nennen. Ich muss mir den Ofen in den nächsten 2 Wochen in der Ausstellung anschauen, dann kann ich mehr in diesem Forum sagen. Einige konstruktive Details sind für mich interesant. Deshalb will ich das jetzt schon ansprechen.
    Wir möchten ein 3 Familienhaus als Effizienzhaus 40 plus errichten. Den Plusstandard erreichen wir durch eine PV-Anlage mit ca. 25 kwp. Netto-Invest 31.000 €. Alle 3 Garagen werden so elektrifiziert, dass es später möglich ist, Elektrofahrzeuge aufzutanken. Ich werde nur die Vorbereitung installieren lassen. Der Asiatische Raum wird innovativ entwickeln, dass sich Elektromobility kurzfristig durchsetzt. Also wer sich mit Passivhaus befasst, sollte auch die Stromriesen kurzhalten. Aufgrund eines Wohungswechsels bewohne ich eine Gründerzeitwohnung mit Nachtspeicherheizung. Leider konnte ich aus persönlichen Gründen keine andere Wohnung anmieten. RWE hat ab Januar die Preise um 23 % angehoben. Da werde ich mit meinem Neubauvorhaben Paroli bieten.
    2 WE werden vermietet. Da werden sicherlich interessante Mietinteressenten aus Köln, ca. 20 km entfernt, Schlange stehen. Dort wird 11 € Kaltmiete verlangt und noch einmal entsprechend Nebenkosten für die veralteten Bestandsobjekte. Wenn ich 8 € Warmmiete verlange, kann ich mich als Miethai ansehen. KfW macht es möglich. Aber ich bin fair. Die WE haben die Größe EG und OG 85 m² und DG 75 m². OG bekommt noch eine 30 m² Dachterasse dazu und einen Kleingrundofen. Ich bin schon von mehreren Interessenten angesprochen worden, solche Eigentumwohnungen zu bauen. Alle beschäftigen sich mit den Energiepreisen. Die Politik wird ja nur von den Energieriesen getrieben. Aber auch die Dinosaurier sind ausgestorben. PV-Anlagen beschleunigen das Aussterben der Dinosaurier (RWE), die Speichertechnik ist da, aber sie ist noch zu teuer. Auch die Preise für PV-Module und Wechselrichter sind dramatisch gesunken.

    Jetzt noch ein Spruch über Wärmepumpen. Der Bundesverband für Wärmepumen e.V. hat einen schönen JAZ-Rechner ins Netz gestellt. In meiner Konstellation werde ich mich für die Novelan LAD 7 entscheiden.
    Heizgrenztemperatur 10 Grad C, Vorlauf/Rücklauftemp 35/28 (zu hoch für Passivhaus), Heizungswärmepumpe, Anteil Warmwasseraufbereitung 18 % (Korrekturfaktor 1,02) Wärmequelle Luft, Normaussentemperatur – 10 Grad, Betriebsweie monoenergetisch (mit Heizstab) Bivalenzpunkt – 6 Grad (Deckungsanteil 0,99!!!), Heizungskorrekturfaktor 1,02, JAZ der LWP im Heizbetrieb 4,15, JAZ Warmwasserbereitung 4,15, Gesamt-JAZ 4,03.
    Und das ohne 1000 Liter Spreicher mit Frischwasserstation, der unnötig Energie frisst. 300 Liter Warmwasserspeicher und innovative Technik aus Made in Germany machen es möglich. Die Ausseneinheit nervt keine Nachbarn. Die Information hab ich erst erhalten in einem unabhängigen Informatinscenter. Vorher bin auch genervt rumgelaufen und hab mir viel dummes Zeug angehört. Ich bin halt nur Dipl. Kaufmann und kein Bau-ing. oder Naturwissenschafter.

    Bis demnächst.

  34. Bernd am 28. November 2012 um 15:03

    Hallo Johannes Haerle,

    ja, die 90€ stimmen, zumindest hier im Rheinland. Ich habe im Oktober für 2RM mit Anlieferung 180€ bezahlt. Der Händler (bzw. besser Holzverarbeiter) sitzt etwa 1km von mir entfernt. Ein zweiter Händler im Nachbarort nimmt den gleichen Preis. Die Preise im Internet erscheinen mir nicht realistisch, da verdienen wohl noch einige was mit. Weiteres zum Thema Holzpreise:
    – 20kg Holzbriketts kosten bei Bauhaus als Normalpreis 4,60€. Bei Toom manchmal im Angebot 10kg a 2€. Energiegehalt pro kg etwa 5kWh. Das macht dann 4 – 4,6ct / kWh.
    – Mein Nachbar lässt sich vom Förster einen Baum im Wald zuweisen, den er dann zerlegt. Kosten? Weiß ich jetzt nicht, aber natürlich einiges an Arbeit.
    – Nicht getrocknetes Holz kaufen, z.B. beim hier angesprochenen Bauern und dann selber trocknen.
    – Jemanden kennen, der Holz hat (in meinem Fall mein Schwiegervater)
    Deine Annahmen zum Preis und Wirkungsgrad halte ich für etwas zu pessimistisch. Auch muss man bedenken, dass die Jahresarbeitszahl bei einer Gastherme z.B. bei schlechter Auslegung auch auf 50 – 70% runtergehen kann. Und Strom wird auch nicht billiger, wie du schon sagst.

    Das ganze Thema um die „ideale“ Heizung wird natürlich zum Teil sehr kontrovers geführt. Man neigt dazu, ich bestimmt auch, das eigene Konzept eher vorteilhaft zu rechnen und ein anderes Konzept eher schlecht dastehen zu lassen. Oder wie ein Kollege von mir neulich sagte: „Wenn ich das Ergebnis kenne, kann ich alles rechnen“. Alle unsere Berechnungen und Annahmen fußen ja nur auf Angaben, die wir von Dritten (Hersteller, Internet etc) beziehen oder selber annehmen. Dazu sind die Rechnungen in der Regel vereinfacht (siehe Energieausweis). Und würden wir das eine oder andere selber messen, dann ginge es uns unter Umständen auch nicht besser, denn wer misst misst Mist.

    Ich denke, neutral und extrem genau gerechnet sind die Energiekosten für die unterschiedlichen Konzepte Gasheizung, Wärmepumpe und Stückholzofen wahrscheinlich gar nicht so weit auseinander. Der Punkt ist der, dass die Energiekosten bei den heutigen Niedrigenergiehäusern wahrscheinlich der kleinste Posten der Gesamtrechnung sind. Die Investitionskosten, die Lebensdauer der Bauteile, Fixkosten, Wartung und Reparatur wiegen viel schwerer. Wahrscheinlich lässt sich erst in 30 Jahren retrospektiv sagen, welche Heizung im Jahr 2012 die beste gewesen wäre. Gerade beim Punkt Lebensdauer und Reparatur ist da ein Blick in die Glaskugel gefragt. Wärmepumpen halten 10-15 Jahre. Mein Friseur hat schon nach 8 Jahren eine neue Gastherme bekommen, weil es keine Bauteile für die Steuerung mehr gab. Wie lange mein Kaminofen hält? Weiß ich nicht – aber zumindest besteht der nur aus solidem Blech und Schamott, das einzige bisschen Elektrik sind die PT1000 Temperaturfühler und die Steuerung, die man für 100€ neu kaufen kann. Noch bin ich da ganz optimistisch.

    Hallo Arno,

    die 3600 bzw 3800kWh beziehen sich auf meinen gesamten Haushaltsstrom. Wie viel davon für KWL und Zuheizung weggehen, weiß ich nicht. Ich halte den Gesamtwert für eine mittlerweile vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus nicht für übertrieben hoch. Bei uns läuft fast täglich die Wasch- und Spülmaschine. Zwei Freunde von mir haben über 6000kWh. Ohne Zuheizung, dafür aber Plasma-TV und Wäschetrockner.
    Ich nehme an, deine 2000-3000kWh beziehen sich nur auf die Zuheizung, also den Verbrauch der Wärmepumpe. Das wären dann bei angenommener JAZ=4 auch 8000-12000kWh Energiebedarf. Also im Grunde irgendwo da, wo ich auch liege.

    Klar, bei der Speichermasse ist nur der innerhalb der Isolierung liegende Anteil wirksam und sinnvoll. Die Isolierung ist bei mir 20cm PS.

    Den Infrarotstrahler würde ich nicht vorab so verteufeln. Er ist ein flinkes Heizsystem und arbeitet ohne Übergabeverluste. Aber da werde ich evtl. später mal berichten.

    Viele Grüße,
    Bernd

  35. www.JH-CAD-Architekt.de am 29. November 2012 um 09:21

    Hallo,

    Der Bauer um die Ecke kann manchmal ganz schön teuer sein, und nicht jeder möchte sein Holz auch selber schlagen. Wieviel Arbeitszeit brauche ich in etwa für 2 oder 3 Ster?

    Ich habe noch einmal nach den Holz-Durchschnittspreisen gesucht (fertig geschlagen und angeliefert), meine Rechnung scheint ohne Vitamin B doch einigermaßen hinzuhauen (siehe auch http://www.buche-Kaminholz.de (Preisindex!) Natürlich gibt es u.U. Möglichkeiten, günstiger ranzukommen…

    Den Grundofen der Fa. Keumalit aus Waltrop halte ich für völlig unwirtschaftlich im Passivhaus aufgrund der unverschämten Anschaffungskosten von min. 3600€. zzgl. 700€ Installation und …Dafär muss ich bei jährlichen Heizstromkosten von 500€ 7-9 Jahre lang heizen, bis der sich rentieren kann, wenn Holz gar nichts kostet. Nicht einmal wassergeführt ist er, was man von dieser Preisklasse erwarten kann. Also ein No-Go im Passivhaus.
    Auch eine Wärmepumpe ist ein No-Go im Passivhaus, weil die Anschaffungskosten zw. 8000-12000€ liegen, und das Niedertemperatur-Systeme sind. Damit kann keine Zuluftheizung funktionieren, und somit wird meine Heizung nocheinmal im Einfam-Haus zw. 8000-12000€ in der Anschaffung teurer für die Fussbodenheizung.

    Die Wirkungsgrade der Kaminöfen sind in der Regel deutlich geringer, als die der Gasheizung, (auch wenn die ebenfalls schlecht sein koennen). Auf dem Prüfstand schaffen die von Hark z.B. 82% nach Werksangabe. Auf http://www.energie.ch/heizungsvergleich findet man gute Vergleichswerte bei optimaler Auslegung und Befeuerung, wie es im Passivhaus eigentlich sein sollte. 50% von mir sind vielleicht schon etwas pessimistisch, aber zw. 60-80% geben die dort als realistisch an. Hier wird es sich auch bei „Optimal-Befeuerung“ auch bewegen. Ansonsten geht es wohl eher in Richtung Cheminée-Wirkungsgrad, der mit 20-50% angegeben ist…das sind genau die unsicherheitsfaktoren, mit denen man schoen wie auch etwas schlecht rechnen kann 😉

    Vielleicht muss man ja auch mal selber den Wirkungsgrad des eigenen Kaminofens ueber die Abgaswerte nachrechnen (Ein Befeuerungsvorgang datenloggen, und dann ausrechnen), dann weiss man, wo man in etwa steht und das ist am genausten 😉

    Lieben Gruss,
    Johannes Haerle

  36. Arno Kuschow am 29. November 2012 um 17:54

    @Bernd: okay, die knapp 4.000 kWh für die gesamte Energie im Haus einschließlich Haushaltsstrom ist dann schon wieder ein schöner Wert, wir sind also so gesehen dicht beieinander, das haben auch einige meiner Kunden als Gesamtwert. Was an Haushaltsstrom draufgeht ist ja ein weites Feld…..
    Gruß
    Arno Kuschow

  37. Bernd am 4. Dezember 2012 um 13:01

    Hallo,

    mein Brennholzlieferant hat keine Internetadresse, aber der zweite von mir erwähnte Holzhändler: http://www.kaminholz-langenfeld.de/preise.htm. Im Baumarkt habe ich kürzlich den RM 25er Scheite für 99€ + Transport gesehen. Möglicherweise sind die Preise in anderen Regionen höher. Zumindest empfiehlt sich wohl bei der Holzbeschaffung ein Preisvergleich.

    Die Eingangsfrage in diesem Thread war ja, ob Kaminfeuer in einem Niedrigenergiehaus überhaupt möglich ist. Ich denke, das kann man bejahen. Das Problem ist, dass die Erfahrungsgrundlage noch relativ gering ist und man daher auch viel falsch machen kann. Bei richtiger Ausführung aber kein Problem. Und neben allen Kostenbetrachtungen: In meiner Nachbarschaft gibt es zwei Gruppen von Leuten: Die, die einen Kaminofen haben und die, die gerne einen hätten. Da macht es Sinn, diesen in die Planungsphase mit einzubeziehen, auch wenn er erst einige Jahre später aufgestellt wird.

    Grüße, Bernd

  38. Arno Kuschow am 7. Dezember 2012 um 10:43

    Bernd hat es ganz schön und richtig beschrieben:
    „In meiner Nachbarschaft gibt es zwei Gruppen von Leuten: Die, die einen Kaminofen haben und die, die gerne einen hätten.“
    Der Kaminofen ist nicht in erster Linie Heizung, sondern ein Lebensgefühl, etwas Ursprüngliches.
    Es entzieht sich erfolgreich der rein sachlichen Betrachtung, der EnEV-, PhPP-, und Heizlastberechnung.
    Und man muß auch im modernen hochgedämmten Haus trotz aller modernen Lüftungs- und Heizungstechnik nicht drauf verzichten, ganz nebenbei kann er den Wohnkomfort erhöhen und Energiekosten senken indem er die letzte Spitze der Heizlast abpuffert wo sonst gern in Passivhausprojekten der „nur rein vorsorgliche“ Elektro-Direkt-Heizeinsatz kommen würde.
    Gruß
    Arno Kuschow

  39. Kaminofen Fab Peter am 13. November 2013 um 06:16

    Nach meinen Infos ist auf jeden Fall ein wasserführender Kaminofen mit einem Speicher vorzusehen damit das Kaminzimmer nicht überheizt wird. Durch die Wasserführung wird die Wärme in die Heizung geleitet und durch den Speicher hat man die Möglichkeit auf Vorrat zu heizen und den Kaminofen richtig effizient zu nutzen.

  40. Leo Bauer am 22. November 2013 um 09:31

    Hallo Herr Kuschow,

    vor ein paar Tagen haben wir ein Passivhaus, welches vor 8 Jahren gebaut wurde, reserviert. Das Haus hat eine Solarthermie für Warmwasser und
    Wärmerückgewinnungsanlage m. Erdwärmetauscher, leider ohne zusätliche Heizungsanlage. Nur im Badezimmer ist eine Fußbodenheizung vorhanden. Nun meine Frage ist, wäre es möglich zusätlich noch Heizung nachzubauen, oder wäre vielleicht ein Kaminofen besser geeignet? Wir kennen uns damit wenig oder besser gesagt gar nicht aus. Ich möchte auf jeden Fall das meine Frau im Winter nicht friert:)( ihr ist sogar im Sommer bei 30 Grad plus manchmal zu kalt)
    Das Haus gefällt uns sehr, aber das da keine Heizung ist macht uns sehr stutzig. Sind uns jetzt beim überlegen, ob ein Massivhaus doch besser ist als ein Passivhaus.
    Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie alle unsere Unsicherheiten zu einem Passivhaus verwehen können und uns geeignete „Heizungsanlage“ empfehlen würden.

    Danke im Voraus

    Mit freundlichen Grüßen

    Bauer

  41. JH-CAD-Architekt.de am 3. Dezember 2013 um 21:29

    Hallo Herr Bauer,

    Hat das Passivhaus einen Kamin?
    Wenn ja, sollte ein Holzkaminofen doch kein Problem sein.
    Wenn nein, sollten Sie checken, ob in der Lüftungsanlage PTC-Elemente verbaut sind.
    Wenn nein, dann könnte es sein, dass Sie noch eine Heizung fuer mollige Wärme benoetigen!

    Eine Heizung dafür allerdings fuer 15000-25000€ nachzurüsten ist verrückt. Die Räume, die Sie dauerhaft wärmer brauchen, kann man auch mit einem elektrischen Zusatzheizkörper (Infrarotheizung) nachrüsten, oder Sie rüsten die PTC-Elemente selbst nach. Dann braucht es auch keine Heizkörper für molige Wärme, und das ist die sinnvollste Lösung.

    Es ist dann halt mit 600-800€ Stromkosten fuer Heizung im Jahr zu rechnen, aber wenn Sie ein konventionelles System fuer 15000€ nachrüsten, um 400€ Heizkosten im Jahr zu sparen, sind Sie 37 Jahre mit der Amortisation beschäftigt. Bis dahin ist der Strom wieder billig, da die Regierung bis dahin die Energiewende geschafft haben möchte, und es nur noch Strom als fast ausschliessliche Energieform geben soll…bis dahin ist die Energiewende auch abbezahlt.

  42. Klaus am 11. Oktober 2017 um 13:02

    Ist schon Wahnsinn was für Heizkosten mit einem Passivhaus gespart werden können. Hab mir zuvor noch nie wirklich Gedanken drüber gemacht. Aber schon erstaunlich

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