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„In drei bis vier Jahren ist KNX im B-to-C-Markt tot“, sagte vor kurzem der Smart-Home-Experte Bernd Kotschi am Telefon zu mir. Sprach’s  und schob gleich hinterher: „Das dürfen Sie ruhig so schreiben – auch wenn es ein Schock für die KNX-Branche ist, die das einfach nicht wahrnehmen will.“ Für die Vernetzung von privaten Hauswelten seien die leitungsgebundenen Systeme viel zu kompliziert und viel zu teuer, fuhr er fort – und ich wurde schlagartig daran erinnert, dass ich ja unseren geneigten Blog-Lesern noch einen Bericht in Sachen EIB-Bus bei mir zuhause schuldig bin. Zur Erinnerung: Der EIB-Bus ist ein Vorgänger des heutigen KNX-Standards und ich habe ein solches EIB-Bus-System in meinem inzwischen 11 Jahre alten Passivhaus installiert, freilich ohne allzu viel damit zu steuern. Zusammen mit meinem Elektroinstallateur wollte ich überlegen, ob ich das System nicht besser nutzen kann und dann über die Ergebnisse berichten.

Doch wie das so ist: Dinge, bei denen man nicht wirklich weiter kommt, bleiben erst mal liegen. Schon in meinem ersten Mailkontakt mit dem Elektroinstallateur bestätigte dieser, dass die Programmierung meines Systems nur über eine kommerzielle Software möglich sei. Natürlich könne man sich diese beschaffen, um selbst weitreichende Änderungen vorzunehmen, allerdings bedürfe es dazu tiefgehender Kenntnisse der KNX-Technik und einer speziellen Systemschulung. Darauf habe ich keine Lust, denn schließlich weiß ich ja, dass die Möglichkeiten in meinem Heim eh begrenzt sind. Ich habe keine Verschattungselemente, die es zu steuern gilt, und den dringenden Wunsch Lichtszenarien einzuprogrammieren verspüre ich auch nicht.

Immerhin: Mit der neuen Panel-Technik – gemeint sind die grafischen Benutzerschnittstellen, Touch-Panels die heutzutage in der Regel gleich mit eingebaut werden – können Funktionen in gewissem Umfang ohne Kenntnisse der KNX-Technik umkonfiguriert werden. Zum Beispiel können Zeitschaltungen modifiziert werden oder die Heizungsregelung verändert. Auch das Programmieren neuer Lichtszenen ist möglich. Doch so ein Panel bei mir nachzurüsten dürfte – wenn es denn überhaupt möglich ist – recht teuer werden. Noch einmal O-Ton Bernd Kotschi: „KNX spielt im Privatkundenbereich keine Rolle mehr.“ Wahrscheinlich würden sich mehrere Funkstandards für die Smart-Home-Vernetzung herausbilden, einer davon könnte das Wifi der nächsten Generation sein, Zigbee und ZWave seien möglicherweise nur Übergangsfunktechnologien. Hinzu kämen proprietäre, also geschlossene Systeme für sicherheitsrelevante Anwendungen. Wir werden sehen. In jedem Fall bleibt es spannend. Laut Susan Schwarze vom Softwareunternehmen ProSyst, Expertin für das Internet der Dinge und entsprechende Standards, passiert gerade bei den Unternehmen aus dem Bau- und Haustechnikbereich derzeit viel hinter verschlossenen Türen.

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